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Top-Management: Fünf überholte Mythen

Es ist verblüffend, fast erschreckend, wie viele zugestaubte Mythen sich noch immer um das Top-Management ranken. Dabei steht oft das Was im Zentrum der Betrachtungen. Genauer: Was Sie sind und was Sie getan haben. Im Management geht es heute und in Zukunft jedoch immer mehr darum, wer Sie sind. Es geht um Ihre persönlichen Qualitäten und darum, wie diese Qualitäten Sie befähigen, in einem Zustand des ständigen Wandels zu navigieren und zu führen.

Das Wer ist wichtiger als das Was!

Die Corona-Pandemie zeigt einmal aufs Neue: Das einzige, was heutzutage konstant ist, ist der Wandel. Die Anforderungen an Topmanager haben sich drastisch geändert und werden sich immer weiter ändern. Erfahrung ist gut und notwendig – vor allem, wenn sie zeigt, dass man unter wechselnden Bedingungen und in einem wandelbaren Umfeld Ergebnisse erzielen kann. Aber es sind Ihre persönlichen Qualitäten und die Fähigkeit, über Ihre eigene Erfahrung und die gewohnte lineare Denkweise hinauszusehen, die für Ihren Erfolg als Führungskraft entscheidend sind.

„Gewöhnlich“ ist definitiv passé

Unternehmen und Mitarbeiter können nicht mehr auf die alt bewährte Weise geführt werden. Wir alle müssen auf der Hut sein und etablierte Denkweisen in Frage stellen. Sie müssen zeigen, dass Sie als Führungskraft in der Lage sind, mit Veränderungen umzugehen, die immer schneller und komplexer werden.

Kurz gesagt: Ihre Erfolgsbilanz ist an sich nicht das einzige Kriterium, um eine Top-Führungsposition zu erreichen und darin erfolgreich zu sein. Moderne Führung und innovatives Management können sich nicht auf Errungenschaften der Vergangenheit verlassen, wenn es um die Geschäftswelt der Zukunft geht. Der zielstrebige, systemorientierte Manager, der die Zukunft in einer linearen Perspektive sieht, wird in den Vorstandsetagen weitgehend durch den kreativen, zuhörenden Führer ersetzt, der in einem chaotischen Umfeld viel besser in der Lage ist, seine Ziele zu identifizieren, einen Weg zu finden, um diese zu erreichen und es möglich macht, das gesamte Unternehmen zu motivieren und zu mobilisieren, damit alle in die gleiche Richtung steuern.

In diesem Zuge räumen wir heute mit fünf immer wiederkehrenden Mythen rund um das Management und die Topmanager auf:

Mythos Nr. 1. Topmanager haben alle Antworten

Sie müssen es wagen, sich herausfordern zu lassen. Bedeutet: Sie müssen es wagen, sich mit Menschen zu umgeben, die Sie herausfordern können und wollen. Das ist es, was die Dynamik im Management und in der Organisation ausmacht. Sie ist entscheidend, wenn man das Unternehmen durch schnelle Veränderungen steuern will.

Man muss nicht auf alles eine Antwort haben, aber man sollte in der Lage sein, diejenigen zu finden, die die Antworten kennen. Entweder intern oder extern: Sie sollten den Mut besitzen, auf sie zuzugehen. Zudem ist es unglaublich wichtig, dass Sie wissen, wie man fragt. Hören Sie sich die Antworten ernsthaft, aufrichtig und mit Bedacht an. Wenn Sie nicht fragen, werden Sie in einer fragmentierten und sich verändernden Realität ganz einfach nicht die Informationen erhalten, die Sie brauchen, um erfolgreich zu managen. Nutzen Sie die Macht der Fragen.

Mythos Nr. 2. Topmanager sind „Verwalter“ des Unternehmens

Der Teufel steckt im Detail. Denn wenn man sich in Einzelheiten verliert, verliert man auch den Blick für das Ganze und findet sich plötzlich in der Rolle des Unternehmensverwalters wieder. Je schneller sich die Welt dreht und der Wandel vonstattengeht, desto verheerender sind die Auswirkungen dieser peniblen und perfektionistischen Verhaltensweisen.

Die Aufgaben des Topmanagements übersteigen die Tätigkeitsbereiche von Management und Leadership. Auch die Art und Weise, wie Sie Management und Leadership denken, sind entscheiden für Ihren persönlichen und den Erfolg des Unternehmens. Während ein Verwalter stets in seinen etablierten und eingefahrenen Denkmustern verharrt und der linearen Perspektive von Optimierung, Rationalisierung und Planung treu bleibt, arbeitet ein echter Topmanager an der und für die Zukunft. Er arbeitet an der Entwicklung der Richtung, den Aufgaben und den Menschen des Unternehmens.

Mythos Nr. 3. Unternehmen sollen auf Basis von Erfahrung und bekannten Strukturen geführt werden

Sie sind ein Entscheider. Sie besitzen die Expertise und das nötige Fingerspitzengefühl zur erfolgreichen Führung eines Unternehmens und der Menschen, die dieses Unternehmen ausmachen. Deshalb treten Sie voller Überzeugung aufs Gaspedal und wollen das Unternehmen auf den sich im Wandel windenden Straßen auf der Überholspur voranbringen. Sie haben das Lenkrad fest im Griff, denn Sie wissen: Das wird keine Spazierfahrt.

Tun Sie dabei sich und dem Unternehmen einen Gefallen: Rasen Sie um Himmels Willen nicht mit Höchstgeschwindigkeit umher, wenn Sie dabei nur in den Rückspiegel schauen! Andernfalls landen Sie schneller im Graben, als Ihnen, Ihren Mitarbeitern und dem Unternehmen lieb ist!

Behalten Sie Trends auf dem Markt und auf der Welt im Auge. Informieren Sie sich, wie sich Ihr Umfeld verändert und seien Sie mutig. Entscheiden Sie sich im Sinne des Unternehmens aktiv dafür, aufmerksam und anpassungsfähig zu bleiben. Rationalität und Intuition geben sich hier, gepaart mit dem nötigen Fingerspitzengefühl und der Kaltschnäuzigkeit guter Topmanager, die Klinke in die Hand.

Denken Sie an die Rennstrecke! Jeder Wandel – jeder Trend – ist eine neue zu meisternde Kurve. Lenken Sie rechtzeitig ein. Natürlich gilt auch hier: Mit den richtigen Beifahrern, die Ihnen dabei helfen, keine Kurve und keine Schikane zu übersehen, absolvieren Sie auch die anspruchsvollsten Strecken.

Mythos Nr. 4. Wir sammeln und analysieren Daten, die wir zur Erstellung von Strategien und Plänen verwenden

Bleiben wir auf der Rennstrecke. Sie können so lange all Ihre Messinstrumente, Kontrollleuchten und Warnsysteme inspizieren und analysieren, wie Sie möchten. Allerdings sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass Sie irgendwann aufblicken und sehen werden, wie die Realität und alle Konkurrenten Sie überholt haben und Sie sich höchstens noch mit dem Schlusslicht mit Plattfuß messen können.

Lösen Sie also Ihren Blick von Ihren Excel-Tabellen! Nur vom schlichten Analysieren werden Sie Ihr Unternehmen in der heutigen Zeit nicht mehr erfolgreicher machen können. Entwickeln Sie stattdessen eine klare Vision, Einfühlungsvermögen und Intuition. Diese Qualitäten spielen heutzutage eine viel entscheidendere Rolle in den Entscheidungsprozessen erfolgreicher Topmanager. Ihre Entscheidung können Sie dann immer noch mit Daten untermauern und gegebenenfalls korrigieren, falls Ihre Daten sie nicht stützen.

Wenn die Welt sich so schnell bewegt, können Sie sich schlichtweg nicht auf Ihre ewige Liste an Erfahrungen und bewährte Praktiken stützen. Es gibt keine Möglichkeit, die Zukunft aus einer linearen Perspektive zu betrachten. Eindimensionalität ist der Erzfeind von erfolgreichem Topmanagement in der heutigen Zeit. Entwickeln Sie also ein Gefühl dafür, welche Tendenzen und Trends aufkeimen. So können Sie die Zukunft aktiv mitgestalten. Legen Sie einen Kurs fest und definieren Sie keinen genauen Weg, der bis aufs kleinste Detail geplant ist. Nur so gehen Sie erfolgreich mit einem dynamischen Umfeld um.

Mythos Nr. 5. Ihre Leistung wird von Ihren Fähigkeiten und Erfahrungen abgeleitet

Nein! Die Leistung ergibt sich aus Ihren persönlichen Eigenschaften und dem Kontext, in dem Sie tätig sind. In unserer Branche bedeutet dies zum Beispiel, dass wir Referenzen und Ergebnissen nicht dieselbe Bedeutung beimessen können wie früher, weil sie naturgemäß der Vergangenheit angehören. Auch für uns bei Dr. Maier + Partner sind Verhaltensanalysen und das Erreichte in der Vergangenheit nicht unbedingt ausschlaggebend, wenn es darum geht, einen Kandidaten für eine Führungsposition zu empfehlen.

Hier schließen wir den Kreis zu unserer Aussagen zu Beginn:

Das Wer ist wichtiger als das Was!

Wir müssen einen Schritt weiter gehen und grundlegende Persönlichkeitsmerkmale identifizieren und analysieren. Diese Merkmale sagen etwas über Sie als Person und als Führungskraft aus. Sie sagen etwas darüber aus, ob Ihre Persönlichkeit den zunehmenden Veränderungen und der zunehmenden Komplexität, die sie erfahren wird, gerecht wird. Nicht nur Ihr bereits Erreichtes muss zu Ihrer Position passen, sondern vielmehr Sie als Person und Persönlichkeit!

Es sind die Eigenschaften, die einen Manager in die Lage versetzen, einen Kurs zu bestimmen und sich in unvorhersehbaren Umständen und ständigen Veränderungen zurechtzufinden, auf die es ankommt, wenn man den Unterschied machen – der Unterschied sein – will.

Bonus-Mythos: Erfahrung ist nicht mehr entscheidend

Bedeutet das in diesem Text Geschriebene also, dass Sie all Ihre Erfahrungen, Ihren Bildungshintergrund und Ihre erfolgreiche Karriere zusammen mit Ihrem Lebenslauf zum Altpapier legen können? Nein, natürlich nicht. Es gibt immer einige grundlegende Fähigkeiten, die erforderlich sind, damit Sie für eine Führungsposition in Frage kommen und diese auch ausüben können. Ihre Erfahrung ist immer noch sehr wichtig, um sich überhaupt in die Lage versetzen zu können, in einer Spitzenposition zu arbeiten. Um sich die Stelle aber letztendlich zu sichern, spielt dies heutzutage allerdings höchstens eine untergeordnete Rolle.

Letztes Jahr schlug das Weltwirtschaftsforum (WEF) die zehn Qualitäten vor, die man haben muss, um 2020 einen gut bezahlten Job zu bekommen. Wir möchten hier nicht die gesamte Top-10-Liste wiederholen, sondern nur darauf hinweisen, dass z.B. emotionale Intelligenz und Kreativität als Nummer 6 bzw. 3 erscheinen. Die Nummer 1 auf der Liste ist die komplexe Problemlösung. Obwohl dies vielleicht eher eine Fähigkeit als eine Qualität ist, ist es dennoch etwas, das mehr Teil Ihrer Persönlichkeit ist als etwas, das man lernen kann.

Ihre Kommentare zu diesem Artikel sind herzlich willkommen. Wie sieht die Realität für SIE aus? Erkennen Sie sich ändernden Anforderungen an Topmanager und Führungskräfte? Gibt es noch andere, neue Anforderungen, die wir als Führungskräfte kennen sollten? Schreiben Sie uns jederzeit: kontakt@drmaier-partner.de.

In diesem Text wird für die bessere Lesbarkeit nur die männliche Form verwendet. Die gewählten männlichen Formulierungen gelten uneingeschränkt auch für alle Geschlechter.