Wechsel schwächen den Unternehmenserfolg

Fluktuation im Top-Management

Schlechte Ergebnisse, fliegender Wechsel: Eine Taktik, die in Unternehmen ebenso wie in Sport und Politik gern gefahren wird. Doch diese Strategie verfehlt oftmals ihre Wirkung, wie nun eine US-Studie zeigt. Fluktuation auf der obersten Führungsebene beeinträchtigt die Unternehmensleistung.

Für die Studie der University of Kansas wurden Daten von 367 Unternehmen aus verschiedenen Branchen auf den Zusammenhang zwischen Fluktuationsrate der Top-Manager und der Unternehmensleistung untersucht. Dabei wurden die Besonderheiten einzelner Branchen und Firmen berücksichtigt.

Ein Fazit der Wissenschaftler: Wechsel im Top-Management kann zwar in Einzelfällen zu positiven Ergebnissen führen, generell schadet eine hohe Fluktuation der Leistung des Unternehmens. James Guthrie, HR Management Professor und Mitinitiator der Studie, kritisiert vor allem die schnelle Bereitschaft der Unternehmen sich von Führungskräften zu trennen. Viele Firmen würden die positiven Effekte eines Wechsels überschätzen.

Und allzu oft wird von den vielen Unternehmen vergessen, über welches Wissen, wie beispielsweise soziale Kontakte, Geschäftsbeziehungen oder detailliertes Know-how über die Organisation, die Top-Manager verfügen. Es geht also nicht nur fachliche Expertise beim Ausscheiden einer Führungskraft verloren, es ändert sich die soziale Struktur sowie die Substanz des Unternehmens. Die Negativeffekte auf oberster Führungsebene sind vergleichbar mit denen auf unteren Hierarchieebenen: Steigt die Fluktuation, sinkt die Produktivität. Dies wiederum führt zu Unsicherheiten in anderen Unternehmensbereichen. Daher sollten Unternehmen bei Wechseln in der Führungsriege ebenfalls die verbleibenden Mitarbeiter berücksichtigen.

Selbstverständlich sind die Autoren der Studie dennoch nicht der Meinung, dass Top-Manager unter allen Umständen in ihren Positionen bleiben, wenn die Leistungen dauerhaft nicht stimmen oder ihre Fähigkeiten obsolet sind. „Aber ich denke, dass viele Firmen dabei übertreiben. Oft unterschätzen sie den Wert von Mitarbeiterbindung, “ resümiert James Gurthie.

Quelle: www.haufe.de

 

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